about me
Ich heiße Tony Eberhardt und wurde am 23. Mai 1994 in der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg geboren.
Meine Geschichte beginnt früh mit einer Herausforderung:
Mit zwei/ drei Jahren wurde bei mir diagnostiziert, dass ich beidseitig hochgradig schwerhörig bin.
Mein Sprachverständnis liegt bei etwa 20 %. Ursache war wahrscheinlich eine Entzündung im Mittelohrbereich.
Als Kind versteht man so etwas natürlich nicht. Aber irgendwann merkt man, dass man anders ist.
Trotzdem war ich ein sehr lebhaftes Kind. Ich hatte viel Selbstvertrauen, war neugierig auf die Welt und probierte vieles aus. Besonders prägend waren die Wanderungen in den Bergen mit meiner Familie und meinen Großeltern – in Österreich, Polen, Tschechien, der Slowakei und in Südtirol. Diese Erinnerungen gehören bis heute zu den schönsten meiner Kindheit.
Doch mit der Zeit wurde mein Weg schwieriger.
Ab der vierten Klasse begannen die ersten Gemeinheiten wegen meiner Sprache und meiner Hörbehinderung. Später entwickelte sich daraus Mobbing. Diese Erfahrungen prägten meine Schulzeit stark und ließen mein Selbstvertrauen immer weiter schrumpfen.
In der 9. Klasse hatte ich im ersten Halbjahr einen Notendurchschnitt von 4,5. Für mich fühlte sich das wie ein endgültiges Urteil an. Doch genau in diesem Moment traf ich eine Entscheidung.
Mit 16 Jahren wechselte ich auf eine Schule für Hörgeschädigte mit Internat in Güstrow. Dieser Schritt bedeutete einen kompletten Neuanfang. Dort begann ich langsam wieder an mich selbst zu glauben.
Ich schloss meine Mittlere Reife mit einem Durchschnitt von 1,6 ab.
Doch das Leben stellte mich erneut auf die Probe.
Im April 2011 verstarb mein Vater. Sein Tod traf mich sehr tief. Er war ein wichtiger Teil meines Lebens und ich habe viel von ihm gelernt. Dieser Verlust hat mich emotional lange begleitet und geprägt.
Trotz allem setzte ich meinen Weg fort.
Mein nächstes Ziel war das Abitur. Ich zog nach Berlin und absolvierte schließlich 2016 mein Abitur an der Margarethe-von-Witzleben-Schule.
Diese Jahre in Berlin haben mich auf viele Arten geprägt – durch Bildung, Sport, neue Begegnungen und persönliche Erfahrungen.
Eine besondere Erfahrung in dieser Zeit war das Modeln. Während meiner Berliner Jahre wurde ich Mister Gay Germany 2015/16.
Ich war damals 21 Jahre alt und wurde plötzlich deutlich sichtbarer in der Öffentlichkeit – besonders auf Social Media. Diese Aufmerksamkeit war nicht immer leicht für mich. Gerade im Internet bekam ich auch viele beleidigende und negative Kommentare, oft wegen meiner Sexualität, Hörbehinderung oder meiner Sprache. Solche Reaktionen können einen treffen, vor allem wenn man noch jung ist und erst lernt, mit öffentlicher Aufmerksamkeit umzugehen.
Trotzdem war diese Zeit für mich unglaublich erlebnisreich und prägend.
Durch den Titel hatte ich die Möglichkeit, an vielen Veranstaltungen, politischen Diskussionen und Aufklärungsevents im LGBT-Bereich teilzunehmen. Ich durfte Menschen kennenlernen, die sich für Akzeptanz, Vielfalt und Gleichberechtigung einsetzen. Diese Erfahrungen haben meinen Blick auf Gesellschaft und Politik erweitert.
Rückblickend war diese Zeit nicht nur herausfordernd, sondern auch eine Phase voller Begegnungen, Reisen und neuer Perspektiven – und ich hatte trotz allem sehr viel Spaß daran.
Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, war sie gleichzeitig herausfordernd und unglaublich bereichernd. Ich habe gelernt, mit Kritik und Verletzungen umzugehen, aber auch, wie wichtig es ist, für sich selbst und für andere sichtbar zu sein. Genau diese Erfahrungen haben mich wachsen lassen.
Später wurde ich außerdem Mister Mecklenburg-Vorpommern 2016/17 und belegte den vierten Platz bei Mister Germany.
Parallel spielte der Sport eine zentrale Rolle in meinem Leben.
Seit 2005 spiele ich leidenschaftlich Handball.
Der Sport gab mir Struktur, Gemeinschaft und Stärke.
Vom Sommer 2021 bis Ende 2023 spielte ich bei Handball Tirol in Innsbruck. Mit meinem Team trat ich in der HLA Challenge, der zweithöchsten österreichischen Liga, an.
Später spielte ich außerdem beim FC Bayern München sowie zuletzt in Berlin bei Pfeffersport.
Nach dem Abitur wollte ich ursprünglich Lehrer werden. Ich begann ein Studium an der Universität zu Köln mit den Fächern Biologie, Geschichte und Sonderpädagogik mit dem Schwerpunkt Hören und Kommunikation.
Mein Plan war es, später mein Studium an der Humboldt-Universität zu Berlin fortzusetzen und schließlich Lehrer zu werden.
Doch dieser Weg endete unerwartet.
Durch einen technischen Fehler im Numerus-Clausus-Verfahren wurde ich plötzlich exmatrikuliert. Damit endete dieser Lebensabschnitt früher als gedacht.
Von Sommer 2021 bis Ende 2023 lebte ich in Österreich, genauer gesagt in Innsbruck. Dort absolvierte ich ein duales Studium bei Peek & Cloppenburg im Studiengang Wirtschaftspsychologie.
Das Studium machte mir zunächst viel Spaß. Doch mit der Zeit merkte ich, dass sich meine Prioritäten veränderten. Mein Beruf im Handel und meine Leidenschaft für Handball wurden für mich wichtiger als das Studium.
Nach meiner Zeit im Studium arbeitete ich als Deputy Store Manager bei Tommy Hilfiger in Innsbruck.
Im Herbst 2023 wechselte ich nach München, wo ich bis Herbst 2024 ebenfalls als Deputy Store Manager bei Tommy Hilfiger tätig war – in der Filiale in der Weinstraße.
Anschließend zog ich wieder zurück nach Berlin.
Doch auch mein sportlicher Weg veränderte sich.
Seit Frühjahr 2025 musste ich meine Handballkarriere aus gesundheitlichen Gründen vorerst pausieren. Eine Entscheidung, die mir alles andere als leicht gefallen ist, da der Sport mich seit meiner Kindheit begleitet hat.
Im Sommer 2025 öffnete sich dann ein ganz neues Kapitel in meinem Leben:
Ich nahm an Germany’s Next Topmodel teil.
Diese Erfahrung war intensiv und prägend. Sie hat mir neue Perspektiven eröffnet und mir gezeigt, dass sich manchmal Türen öffnen, mit denen man vorher gar nicht gerechnet hat.
Neben all diesen Stationen gibt es Dinge, die mich immer begleiten.
Ich fotografiere sehr gerne, liebe das Reisen und schreibe leidenschaftlich gerne Blog. Beim Schreiben reflektiere ich viel über mein Leben, meine Erfahrungen und meine Gedanken. Es hilft mir, meinen eigenen Weg besser zu verstehen.
Reisen fasziniert mich, weil ich dadurch viele unterschiedliche Kulturen und Menschen kennenlernen darf. Jede Reise erweitert meinen Horizont und verändert meinen Blick auf die Welt ein Stück.
Mein Weg war nie geradlinig.
Er war geprägt von Herausforderungen, Verlusten, Neuanfängen und unerwarteten Wendungen.
Doch genau diese Erfahrungen haben mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Meine Geschichte ist nur ein Teil von mir.
Und sie ist noch lange nicht zu Ende geschrieben.
Eine Frage begleitet mich dabei immer wieder:
Was will ich in fünf Jahren sein?
Ganz ehrlich: Ich habe darauf noch keine klare Antwort.
Viele Menschen haben ihren Weg früh gefunden. Andere brauchen länger – und vielleicht ist genau das völlig in Ordnung.
Aber eines weiß ich ganz sicher:
In fünf Jahren möchte ich glücklich sein.
Mit mehr Lebensfreude.
Mit mehr Freiheit.
Und mit dem Mut, weiterhin meinen eigenen Weg zu gehen.
Der Rest wird sich ergeben.
Und eine Frage bleibt noch offen:
Warum heiße ich eigentlich Tony?
Diese Geschichte erzähle ich euch ein anderes Mal.