Mental Health –
Zwischen Energie, Leere und zurück zu mir
21.04.2026
Mental Health zwischen Energie, Leere und zurück zu mir
Es gibt diese Tage, da läuft alles. Du bist unterwegs, erlebst viel, bist unter Menschen, hast Energie, bist gut drauf und alles fühlt sich leicht an. Und dann gibt es die Tage danach.
Auf einmal ist Ruhe da. Keine Termine, keine Struktur, kein Druck und genau das fühlt sich dann irgendwie schwer an. So ging es mir in den letzten Tagen. Nach einer intensiven Woche und richtig guten Momenten kam dieser kleine Drop.
Nichts Dramatisches, aber spürbar.
Und genau in solchen Momenten merke ich immer wieder, was Mental Health für mich bedeutet. Nicht irgendeine Definition, sondern das ehrliche Wahrnehmen von dem, was gerade ist. Eine Reise zwischen Energie und Leere und immer wieder zurück zu mir.
GNTM Struktur, Energie und diese besondere Bubble
Gerade durch meine Zeit bei Germany’s Next Topmodel habe ich verstanden, wie gut mir Struktur eigentlich tut. Jeder Tag hatte einen klaren Ablauf. Ich bin morgens aufgestanden, habe mich bewegt, meinen Körper aktiviert, gefrühstückt und dann ging es direkt los mit der Produktion. Du hattest immer etwas zu tun, immer eine Aufgabe, immer Fokus. Vor Ort war alles organisiert, von Obsttellern bis Gemüseplatten, es wurde für dich gesorgt und gleichzeitig warst du die ganze Zeit in Bewegung.
Und genau das hat sich auf meine Energie ausgewirkt. Ich war automatisch positiver, motivierter, hatte Spaß, war gespannt auf jede Challenge. Du wachst auf und denkst dir: Was kommt heute? Diese Mischung aus Aufregung, Druck und Vorfreude hat mich extrem gepusht.
Was es aber noch besonderer gemacht hat, war dieses Gefühl von Sicherheit innerhalb dieser eigentlich unsicheren Entscheidung. Ich habe meinen Job aufgegeben, um diesen Weg zu gehen, aber gleichzeitig war ich dort in einer eigenen Welt. Kein Handy, kaum Kontakt zur Außenwelt, keine ständige Reizüberflutung. Du bist nur mit der GNTM Family, der Produktion und Heidi Klum zusammen.
Und genau das war krass.
Du hattest weniger Sorgen, weniger Ablenkung, weniger Gedanken darüber,
was draußen passiert. Keine Nachrichten, kein ständiges Vergleichen, kein Blick nach außen. Stattdessen warst du komplett im Moment. Fokussiert auf dich, auf deine Entwicklung, auf jede einzelne Challenge.
Und ich habe gemerkt, wie sehr mich das verändert hat.
Früher habe ich viel Nachrichten konsumiert, mich über Dinge aufgeregt,
mich in Themen verloren, die ich gar nicht beeinflussen kann. Und durch diese Zeit habe ich gelernt, mehr bei mir zu bleiben. Mehr darauf zu schauen, was ich selbst beeinflussen kann, was ich an mir verbessern kann, was mir gut tut. Weniger Finger nach außen, mehr Fokus nach innen.
Gleichzeitig war da diese besondere Energie. Dieses 24 7 Zusammensein mit Menschen, die du sonst vielleicht nie getroffen hättest. Unterschiedliche Altersgruppen, teilweise zehn Jahre Unterschied und trotzdem hat es funktioniert. Man hat sich verstanden, zusammen gelacht, sich gepusht, sich unterstützt.
Es war intensiv, fast wie ein Dauertrip mit Freunden. Eine eigene kleine Welt.
Und genau das macht es so besonders. Diese Verbindungen bleiben.
Der Kontrast danach wenn es plötzlich still wird
Und genau deshalb ist der Kontrast danach so extrem. Wieder zu Hause zu sein, weniger Struktur zu haben, vielleicht gerade keinen festen Job zu haben, das kann einen runterziehen. Es fühlt sich schnell nach Stillstand an, obwohl sich die Welt draußen weiterdreht.
Ich kenne solche Phasen aber schon. Nach der Schule, nach dem Studium, nach neuen Lebensabschnitten. Vielleicht auch, weil mein Weg nie ganz klassisch war.
Ich habe mein Abitur erst mit 22 gemacht, bin Umwege gegangen, habe Grafikdesign studiert, bin zurückgegangen, habe mein Abitur nachgeholt. Und genau das hat mich geprägt.
Seitdem weiß ich, dass es nicht diesen einen festen Weg gibt.
Nicht dieses klassische Bild von Schule, Studium, Job, Haus, Familie. Gerade für unsere Generation ist das oft nicht mehr so einfach. Alles wird teurer, vieles unsicherer und gleichzeitig sprechen wir offener über Themen, die früher oft unterdrückt wurden. Mentale Gesundheit, persönliche Struggles, Identität.
Und ich finde das gut.
Wir sind ehrlicher geworden. Empathischer. Bewusster.
Struktur als Anker und gleichzeitig Freiheit
Trotzdem merke ich, dass ich Struktur brauche. Nicht als Zwang, sondern als Anker. Gerade in Phasen ohne festen Alltag helfen mir diese kleinen Routinen extrem. Morgens aufstehen, sich bewegen, frühstücken, in den Tag starten. Ich mache kleine Übungen, bringe meinen Körper in Schwung und esse danach meinen Joghurt mit Obst, Granola, Zimt und Kardamom. Das sind Kleinigkeiten, aber sie geben mir Halt.
Gleichzeitig habe ich gelernt, dass nicht alles durchgeplant sein muss. Dass es okay ist, keinen kompletten Plan zu haben. Dass das Leben auch davon lebt, Dinge auf sich zukommen zu lassen.
„Immer wieder geht die Sonne auf“ von Udo Jürgens trifft es für mich genau.
Egal wie ein Tag war, morgen ist eine neue Chance.
Mindset was mich trägt
Gerade durch Sport und Handball habe ich mir ein Mindset aufgebaut, das mich durch solche Phasen trägt:
Heute Kämpfer, morgen Gewinner.
Schmerz geht vorbei, Stolz bleibt für immer.
Du gewinnst nicht immer, aber du lernst immer.
Steh auf, egal wie oft du gefallen bist.
Das sind für mich keine leeren Worte. Das ist eine Einstellung.
Denn egal ob im Sport, bei Germany’s Next Topmodel oder im Leben, es läuft nicht immer alles glatt. Es gibt Tage, an denen du zweifelst, an denen es nicht funktioniert. Aber genau da entscheidet sich, wie du weitermachst.
Reisen Perspektiven und raus aus der eigenen Bubble
Was mir auch extrem hilft, ist Reisen. Neue Orte, neue Menschen, neue Perspektiven. Ob Skandinavien, Spanien oder Frankreich, überall nimmst du etwas mit. Du bekommst neue Blickwinkel, neue Denkweisen und merkst, wie unterschiedlich Leben sein kann.
Und genau das erweitert deinen Horizont.
Du kommst raus aus deiner eigenen Bubble und merkst, wie groß die Welt eigentlich ist. Und das tut unglaublich gut.
Meine Entscheidung und der Blick nach vorne
Ich habe mich bewusst für meinen Weg entschieden. Für Germany’s Next Topmodel, gegen Sicherheit im klassischen Sinne und für Erfahrung. Und ich bereue es nicht.
Ja, manchmal wünscht man sich mehr Planbarkeit. Zu wissen, was als Nächstes kommt. Aber gleichzeitig liebe ich genau dieses Gefühl von Offenheit. Dieses Ich schaue, was passiert.
Ich habe gearbeitet, ich habe studiert, ich habe mir etwas aufgebaut und mir die Möglichkeit geschaffen, jetzt Dinge zu erleben. Zu reisen, Menschen kennenzulernen, das Leben bewusst zu genießen.
Und genau das ist für mich ein Privileg.
Fazit echt sein
Mental Health bedeutet für mich nicht, immer stark zu sein. Sondern ehrlich zu sein.
Zu akzeptieren, dass es diese Phasen gibt. Energie und Leere. Bewegung und Ruhe.
Ich bin nicht nur der Mensch, der nach außen strahlt. Ich bin auch der, der still wird.
Und beides gehört zu mir.
Und vielleicht geht es am Ende genau darum. Nicht perfekt zu sein. Sondern echt.
Und darauf zu vertrauen, dass egal wie sich ein Tag anfühlt, morgen wieder die Sonne aufgeht.